Uhren

Zentira

Gewichtsbetriebene Holzuhr

Ein Bauplan von HolzMechanik.de (http://www.holzmechanik.de/zentira.html), den ich spaßeshalber nachgebaut habe. Es handelt sich hierbei um eine komplett aus Holzbauteilen gefertigte Uhr, abgesehen von den Wellen aus Messing und dem Fallgewicht mit Bleifüllung.

Technische Daten:

Breite: 254 mm
Höhe: 1580 mm
Tiefe: 160 mm
Laufzeit: 1 Tag

Bilder:

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Videos:

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Erfahrungsbericht:

Nun ist sie fertig, passend zu Silvester 2015 und läuft auf Anhieb. Ein echter Hingucker, so dass sich die vier Wochen Nebentätigkeit wirklich gelohnt haben.

Die Bestellung und Kaufabwicklung des Bauplanes erwies sich als völlig problemlos. Bereits nach einem Tag war die E-Mail mit den Dateien eingetroffen und auch die nachgeorderten dxf-Dateien waren schnell da. Erster Schreck ergab sich weil meine CAD- und Vektorgrafikprogramme die dxf-Dateien nicht öffnen konnten. Das wäre fatal gewesen, denn ohne die CNC-Maschine wäre mir der Aufwand zu hoch gewesen. Also erstmal fix drei freie CAD-Programme installiert, von denen eines die Dateien lesen konnte. Nach dem Neuspeichern konnten auch meine Programme (CorelDraw, Filou-NC12 und ESTLAM) diese öffnen und bearbeiten. Da die Teile in der dxf-Datei gut sortiert waren ließen sie sich leicht auf meine Bedürfnissen und Holzgrößen neu ordnen. Gedauert hat es lediglich mit den Bestellungen der Teile die es nicht im Baumarkt gab, wie beispielsweise Acrylglasrohr, Bleischrot und Angelschnur.

Als problematisch erwies sich die Verwendung von 6 mm Sperrholz statt der vorgegebenen 6,5 mm. Alle Teile waren schmaler als die vorgegebenen Stärken. Auch bei den 12 mm Stärken blieben nach dem Abschleifen (Feinschliff für schönere Oberfläche, was ich immer mache) weniger als 11,5 mm (bzw. 5,5 mm) übrig. Dadurch waren dann alle Wellen zu lang und mussten nachgekürzt werden. Zum Teil habe ich auch hier und da eine Unterlegscheibe mehr eingefügt. Fatal dagegen war das Zusammensetzen des Rahmens. Die drei Rahmenteile hatten sehr viel Spiel in den ausgefrästen Öffnungen. Dies führte zu Abweichungen in der Ragmengenauigkeit, die ich glücklicherweise ausgleichen konnte. Der Rahmen ist bei genauer Draufsicht Betrachtung leicht rechts verzogen. Künftig werde ich also bei Ausfräsungen, die Steckteile aufnehmen müssen den Abschliff berücksichtigen und die Ausfräsungen verkleinern.

Das Fräsen der Teile war außer dem notwendigen Zeitaufwand unproblematisch. Alles passte am Ende bestens zusamen. Die für den Zusammenbau notwendigen Madenschrauben wollte ich nicht extra im Internet bestellen. Das lohnte einfach nicht, so dass ich die Dinger einfach selbst aus der Gewindestange hergestellt habe. Das war auch mit dem Dremel (wieder abgesehen vom Zeitaufwand) kein großes Problem. Sicherheitshalber habe ich vorher in die Holzteile ein M6-Gewinde mittels Gewindebohrer geschnitten.

Auch das Justieren des Hemmungspendels gestaltete sich weitgehend sorgenfrei. Nach dreimaligem Verstellen in die vermutete Richtung lief die Uhr ohne stehen zu bleiben. Nächsten musste ich nochmals nachstellen und seither läuft die Uhr ohne Probleme.
Insgesamt bin ich echt überrascht und angetan. Ich hatte nicht erwartet, dass gleich der erste Nachbau, ohne die Neu- oder Nachfertigung von kritischen Einzelteilen funktionieren würde. An dieser Stelle daher mein Dank und Respekt für die Konstruktion an HolzMechanik.de. Zugegeben, über die Farbgestaltung kann man sich streiten, aber finde es kunterbunt echt lustig.

Der offene Uhrenschrank ist eine eigene Überlegung. Ich wollte einfach keine Löcher in die Wand bohren und im Falle von unvorhersehbaren Problemen flexibel bleiben. Der Schrank ist zudem recht preiswert und besteht aus einer Leimholzplatte (Fichte, 2000 x 400 x 18) als Rückwand und drei einfachen gehobelten Brettern (2000 x 60 x 18) aus dem Baumarkt. Der Bogen ist aus einer kleineren Leimholzplatte (Fichte, 400 x 200 x 18) ausgeschnitten. Ohne die Verwendung von Nägeln oder Schrauben sind alle Teile ausschließlich verleimt. Um die nötige Stabilität zu erreichen sind die seitlichen Querstreben in 12 mm eingefräste Nuten eingesetzt. Das war zwar aufwendig, lohnt sich aber.

Skizze des Schrankes: Zentira Schrank (als pdf)

Jetzt nach einigen Tagen ergibt sich doch ein Problem mit der Uhr. Sie lässt sich nicht mehr aufziehen. Grund ist, dass Sperrrad und Sperrkegel nicht mehr einhaken bzw. die Sperrkegel aus dem Sperrrad herausrutschen und das trotz sauberster Herstellung der Teile. Da werde ich wohl das Sperrrad und die -kegel ein wenig überarbeiten (nachkonstruieren) müssen. So hat man eben immer wieder zu tun … . Nach genauerer Betrachtung hat ein einfacher Gummi um die Sperrkegel gereicht das Problem zu lösen.